KLINIK MENTERSCHWAIGE

Unsere Historie

Gründung

 

Die Klinik Menterschwaige ist ein Fachkrankenhaus für stationäre Psychiatrie, Psychotherapie, Psychoanalyse und Psychosomatik. Sie wurde 1979 von dem Arzt und Psychoanalytiker Prof. Dr. Günter Ammon und seinen Mitarbeitern gegründet.

Die Klinik Menterschwaige steht in der Tradition der Menninger-Klinik und der therapeutischen Gemeinschaft. Im Mittelpunkt ihres Behandlungskonzeptes stehen die Gruppen- und insbesondere die Milieutherapie, mit deren Hilfe auch an Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen leidende Patienten erreicht werden können.

 

Wie sich alles entwickelte

 

Der Psychiater Ernst Simmel gründete 1927 im Humboldt-Schlösschen in Berlin-Tegel eines der ersten psychoanalytisch orientierten psychiatrischen Krankenhäuser, ein "psychoanalytisches Sanatorium". Er behandelte so genannte "Psychopathen" und Alkoholiker mit psychoanalytischen Methoden. Simmel entwickelte eine Behandlungsmethode, die er als "Milieutherapie" bezeichnete. Die Simmel-Klinik bestand bis 1931.

Anfang der dreißiger Jahre übernahm der amerikanische Psychoanalytiker Carl Friedrich Menninger in Topeka (USA) eine psychiatrische Klinik, in der er ähnlich wie im Humboldt-Schlösschen eine psychoanalytisch orientierte Psychotherapie einführte.

Menninger und sein Team führten in der Klinik Einzel- und Gruppenpsychotherapie und auch die Milieutherapie ein. In der Arbeit der Menninger-Klinik sah Simmel seine Hoffnung bestätigt, dass "das kostbare Instrument, das uns Freud mit der Psychoanalyse in die Hand gegeben hat... in den Dienst jener Schwerkranken gestellt (wird), die bisher an ihrem eigentlichem Leben vorbei zu sterben gezwungen waren."

Die Menninger Foundation entwickelte sich zu einem Zentrum der Psychoanalyse und der Dynamischen Psychiatrie in den USA. Menningers Söhne Karl und William absolvierten eine psychoanalytische Ausbildung und setzten die Arbeit ihres Vaters fort.

Nach Deutschland gelangte die Dynamische Psychiatrie durch den Berliner Psychiater und Psychoanalytiker Günter Ammon. Ammon arbeitete von 1956 bis 1965 in der Menninger-Klinik. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland gründete er 1969 die Deutsche Akademie für Psychoanalyse und Dynamische Psychiatrie (DAP) und die Berliner Schule der Dynamischen Psychiatrie.

"Die Dynamische Psychiatrie verwaltet den Patienten nicht und begnügt sich auch nicht mit einer Diagnose, sondern versucht, die gesamte Dynamik des Krankheitsgeschehens... zu verstehen. Auf diesem Verständnis, das auch die konstruktiven Aspekte des Patienten, seine Begabungen, Interessen sowie seine sozialen und psychischen Möglichkeiten umfasst, versucht die Dynamische Psychiatrie ein Behandlungsprogramm aufzubauen." (Günter Ammon)

Ausgehend vom Münchner Lehr- und Forschungsinstitut (LFI) der Deutschen Akademie für Psychoanalyse und Dynamische Psychiatrie (DAP) wurde unsere Klinik als Nachfolgerin einer kleineren Klinik, der Brehmer-Klinik, 1979 von einem Zusammenschluss von Ärzten, Psychiatern, Psychologen und Psychotherapeuten im Rahmen einer gemeinnützigen GmbH, als Fachklinik für stationäre Psychiatrie, Psychotherapie, Psychoanalyse und Psychosomatik gegründet.

Sie zog in das Gebäude einer ehemaligen Lungenheilklinik der Landesversicherungsanstalt ein, einem dem Klassizismus nachempfundenem, villenähnlichem Bauwerk, an dem man noch heute die Grundrisse der ehemaligen Liegehallen insbesondere für die Tb-Kranken erkennen kann.

1980 wurde die Klinik mit 56 Betten in den Krankenhausbedarfsplan des Freistaates Bayern aufgenommen. Dies bedeutete, dass die Behandlung von den Krankenkassen übernommen wird.